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     Zoey Steam Tagebuch






Dienstag, 16. Juli 1889.

Lange rang ich mit meiner Selbst wie und wann, vor allem unter welchen vernünftigen, mitteilungswürdigen Aspekt ich den ersten Eintrag hier in diese Zeilen schreiben solle. Vor allem überlegte ich über mehrere Wochen bis Monate, ob und zu welchen Preis ich jene Aufzeichnungen hier weitergebe, ob sie erhebliche, gebührende Relevanz schlagen, für die Zukunft überhaupt tragbar bis vorstellbar sind; weis ich um die damit mitgelieferte, für mich ausgemachte und in Kraft gesetzte Verantwortung. Es kostet mich Überwindung, maßgeblich einen Teil der bereits geschriebenen Zukunft mitzugeben, wenngleich es sinnlos bis zwecklos mir erscheint da die jeweilig betreffenden Kapitel bis zu meiner offiziellen Geburt fest in Stein gemeißelt und geschrieben sind.

Dies soll mich gleich an den wesentlichen Punkt weiterbringen, wohin ich eigentlich hinaus wollte. Wie soll ich anfangen, mich erklären, es an die Nachwelt dementsprechend schonend bzw. verständlich weiterleiten?

Mein Name ist Zoey Steam und im hiesigen, geschichtlichen Rahmenbild, in der aktuellen Welthandlung bin ich sogesehen noch nicht einmal geboren. Dazu will ich gleich kommen! Mein Nachname will gleichzeitig die Funktion aufzeigen welche ich als eingesetzte Aufklärungssoldatin im Bürgerkrieg von 2032 innehatte. Spätestens jetzt wird die provozierte, allgemeine Verwirrung schon in den ersten Zeilen ihren zweckmäßigen Höhepunkt erreichen. Darum will ich nochmals anfangen: Mein Name ist Zoey Steam und ich bin am 31.10.2017 im teilweise arabisch besetzten Deutschland geboren, von wo aus meine Eltern mich über die Grenze hin bis über den Ozean nach London schmuggelten. Meine Eltern habe ich seitdem nie mehr gesehen, aufgewachsen bin ich inmitten des Bürgerkrieges welcher seit 2029 in ganz Europa wütete. Der Nachname „Steam“ ist eigentlich eine militante Einheitsbezeichnung da ich inmitten der europäischen Unruhen im teils okkupierten England zu einer Aufklärungseinheit gehörte, zu der ich Anfang 2032 als damals 14jähriges Mädchen stieß. Kaum vorstellbar, eine unbescholtene Kindheit hatte ich nie kennengelernt, bin ich mitten zwischen die Fronten geraten, dessen europäischer Bürgerkrieg seit 2029 einen blutigen Fortgang bestritt. Zwischen donnernden Panzern, ratternden Maschinen- und Plasmagewehren bin ich aufgewachsen, zwischen Gas-, EMP- und andren Donnergeschützen habe ich meine Nächte verbracht und dies waren für mich die mütterlichsten einzigen Gute-Nacht-Geschichten. Krieg, Bürgerkrieg, Schlachten, Häuserkämpfe und es fegte über die Staaten wie ein tödlicher Tornado hinweg.

Die maßgeblichen, sichtbaren, auch subtilen Ursprünge waren schon vor meiner Geburt als Warnung wahrnehmbar. Doch als über 150. Mio. Araber, Muslime in ganz Europa einfielen, mit den dort organisierten Ultras zusammenarbeiteten, auch Südfrankreich unter einem islamischen Präsidenten seinen eigenen Staat ausrief entbrannte in ganz Europa ein irdisches heißes Fegefeuer. Schwache Regierungen fielen, dann war es egal ob sie korrupt oder dünn gestrickt waren; einzig wir blieben übrig, wir der systematische Teil an wackren Nationalisten, ganz gleich ob jung oder alt, intakt oder verletzt, wir bekamen Waffen in die Hände gedrückt. Ein normales Mädchen, so habe ich in den Jahren erst erfahren, bekommt zum Geburtstag eine Torte geschenkt, ich habe zum 12 Geburtstag eine Nahkampfausbildung plus militärische Strategie gelehrt bekommen, früh fing es an und mit dem 13. sowie 14. Lebensjahr habe ich Fachkunde in Sprengstoff und Waffenhandhabung erhalten. Da die terroristischen Anschläge tagtäglich zunahmen, auch über London und Birmingham die islamischen Kräfte vorrückten, andre Städte entlang besetzten, über ganz Europa ausgedehnt, mußten wir handeln. Schnell lernen, ob der Umgang mit einer M60, Modifikation mit Reflexvisieren oder sensorischen Hohlspitzgeschossen, Laserunits, Phosphorgranaten oder Cyberplasmageschossen. Hier spielte es keine Rolle, jedes Mädchen mußte Manns genug sein im Alltag zu überleben, denn für uns, für uns Kinder der revolutionären Generation gab es keinen Tag mit Ausschlafen oder amüsante Sandkastenspiele. Hart, unerbittlich sein, unsere Funktion für den Erhalt einstehen, denn es ging nicht allein um unsere Nationalität, um unsre Fortexistenz, auch übernahmen wir den Auftrag damit unsre Region der Erde wieder einigermaßen ins Gleichgewicht geriet. Seit der radikalen Spaltung der „EU“, seit deren stufenweiser Auflösung und Sprengung der Staaten gab es sub-organisierte Gruppierungen und wir, wir waren bloß ein zusammengeraufter Widerstandstrupp im Untergrund. Von denen es neben Militärs etliche verteilt gab. Da ich noch jung war kam ich nicht gleich an die Front, nicht in erster Linie, aber auch als „Steam“-Trooper – im Aufklärungstrupp – bin ich oftmals in Kampfhandlungen unmittelbar geraten, ob im Stellungsscharmützel oder im direkten Häuserkampf, von Straße zu Straße. Teilweise hatten wir zum Glück unsre Intercoms, auch Satellitenunterstützung, die uns als Navigationshilfe dienten. Europa ein Trümmerfeld, Schutt, Asche, Folter und Blutbäder tagtäglich, gerade deswegen bin ich zufrieden aber auch unglücklich über die unglaubliche Fügung welche mich seinerzeit in fast hundertfünfzig Jahren ereilte. Die Zukunft kann nicht neu geschrieben werden, auch ist sie teilweise bekannt, wie ich auch jetzt bereits über weite Strecken über den künftigen Weltverlauf Bescheid weis: ganz gleich, ob es die kommenden Kriege sind, die cineastischen Inszenierungen der „Lusitania“ oder die mutwillige Provokation welche sich um „Pearl Harbor“ drehte, oder die angeordneten, strategischen Angriffe am 11.09.2001, ebenso der 10.05.2018 – der als Thunder-Thursday in die Geschichte einging – als fanatische Fundamentalisten europaweit eine Reihe von Krankenhäusern sprengten. Alles ist vorbestimmt und längst für mich Geschichte. Auch weis ich um die Schmelzung des Pols in den 2020iger Jahren, oder die dadurch ausgelösten Flutkatastrophen – es spielt alles keine Rolle mehr.

Für mich, die ich mit 17 Jahren in den herrischen, tobsüchtigen, grausamen Wirren des Krieges aufgewachsen bin, die Anfänge des Bürgeraufstandes um 2029 noch als Kind miterlebte, die ersten Schrecken hautnah erfuhr, blicke teilweise geschockt und erstaunt, auch mit eisigen Frösteln begleitet auf jene Zeit des Jahres 1889. Wenn ich daran denke, hier hat man die Begriffe „Thin-Flex“ oder „EM-Tox-Plas-Cluster“, „Cybernetic“ oder auch „Virtual Energetic Progressiv“ noch nie gehört, auch wissen sie nichts davon und leben im harmlosen Unklaren, daß es ein Heilmittel gegen Krebs gibt, es jedoch bloß genetisch gezüchtet werden kann und wer es sich leisten kann, dessen Nachkommenschaft wird kurz nach der Geburt gleich mit dem modifizierten Antigen versehen. Gesundheit und Leben trägt immer schon ein Preisschild um den Hals!

Andrerseits vermisse ich viele Freunde meiner einstigen Einheit, ob lebend oder für eine gute aussichtsreiche Sache gefallen. Auch weine ich oft im Stillen um Nanette Waters – ich durfte sie Nancy nennen -, meine liebste Freundin welche kurz bevor ich hierherkam fiel. Die Schuldgefühle zermürben mich, bescheren mir nach wie vor Alpträume, in denen ich mir wünschte, mehr getan zu haben. Vielleicht besser achtgeben, weniger auf mich Rücksichtnehmen als auf meine Freundin besser und umsichtiger sein – es quält mich unablässig. Dann jedoch, rechne ich in die Zukunft, will es mir einfallen, daß sie erst geboren wird, sie ihr Leben und leider auch ihren Tod vor sich hat. Es ist eine barbarische, perverse, völlig gestörte Welt, welche da folgt, welche da auftritt in den kommenden Dekaden den Lauf der Geschehnisse verändert und steuert. Leider wird es für mich nichts neues mehr sein, auf meinem „Solar-Intercom“ habe ich eine SX-CybCard mit einen halben Petabyte an Informationen. Es ist erdrückend, erschüttert soviel zu wissen ohne etwas ausrichten zu können, aber die Welt muß ihre Erfahrungen machen und denke ich voraus, was alles vor mir liegt, vor allem für die Familie von Ashley und Jessy. Um sie davor zu bewahren, dies haben wir abgemacht, werde ich bloß spärlich und blinzelartig Infos zukommen lassen.

Wieso ich nun ein Tagebuch anfange ich vielleicht eine Art Warnung und Erinnerung gleichermaßen, da ich leider meine eigene Geburt nicht erleben werde, will ich hier meine Vergangenheit in der Zukunft festhalten, auch um jenen Menschen und HeldenInnen zu gedenken welche erst noch kommen mögen. Wie erwähnt, seit Wochen und Monaten habe ich gerungen und da ich mittlerweile 3 Jahre hier in London 1889 verweile ist es an der Zeit auch das Gewicht von meinem Gewissen steinchenweise abzutragen, um meine überfällige Schuldigkeit zutun.

17.7.12 10:40


Hallo, alle zusammen…

mein Name ist Wendy Sternwieser und bin 17 Jahre alt, gehe noch zur Schule (Handelsakademie) und bin ein unverwöhntes Einzelkind. °(^.^)°

 

Den Blog möchte ich weniger für mich nutzen, mehr geht es mir darum, weil ich letztens eine interessante Entdeckung gemacht habe. Aber ich will von Vorne beginnen.

Vorige Woche Samstags waren meine Eltern und ich am hiesigen Flohmarkt, an und für sich alles in Ordnung, nichts besonderes, das Besondere kam erst da ich auf einem Stand in einen der vielen Kartons Bücher fand. Alte Bücher waren es und sie sahen schäbig aus, auch miefig und teilweise fielen sie auseinander. Jedenfalls, worauf ich hinaus will ist, unter den vielen alten Büchern fand ich auch Handgeschriebenes vor, also ein Buch was jemand mal selber mit der Hand geschrieben hat. Wie soll ich es ausdrücken: es war ein Tagebuch, geschrieben vor über hundert Jahren! Das Büchlein sah auch dementsprechend alt, zerfallen, fast unlesbar aus, die Jahre hatten es schwer mitgenommen aber dennoch für € 1,- hab ich es gekauft weil ich es interessant fand. Für mich mochte es auch faszinierend gewesen sein las ich auf eine der ersten Seiten, es schrieb ein Mädchen in meinem Alter vor über hundert Jahren und die Tatsache allein, wenn ich ehrlich bin, machte es für mich schon einen Kauf wert.

Wie war das Leben wohl vor über hundert Jahren, aus der Sicht eines Mädchens von gerade mal 17 Jahren und ohne weiter darüber nachzudenken hab ich es dem Verkäufer dort am Stand abgekauft. Inzwischen gehe ich vielen Fragen nach…vor allem habe ich mich etwas hineingelesen und vieles darin machte mich mehr neugierig und wißbegieriger…

Naja, wieso der Blog hier: Ich will die Erfahrung mit andren hier im Internet teilen, also werde ich, so gut es eben geht, Seite für Seite  (soweit es lesbar ist) abschreiben (es ist zum Glück auf Deutsch geschrieben) und ich gebe mir Mühe die handgeschriebenen Zeilen zu entziffern. Vieles ist wirklich schwer zu lesen und Wörter sind zerlaufen, fast unkenntlich gemacht, die Tinte verwaschen und vieles mehr. Auch muß ich aufpassen, damit es mir nicht unter den Fingern zerfällt!

 

Vielleicht gibt es noch weitere Interessierte da draußen in den Weiten des Internets, falls nicht, dann mache ich allein weiter und gehe Seite für Seite bis zum Schluß durch!

 

Soviel zum vorgenommenen Projekt!

Auch, denke ich, werde ich es als nächstes Schulreferat halten!

16.7.12 22:27





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